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Schwarz-Roth-Gold


Am Donnerstag, 3. Oktober um 17 Uhr im Franziskaner-Konzerthaus
Festkonzert am Tag der Deutschen Einheit "Schwwarz-Roth-Gold"
Solistin: Julia Sophie Wagner

Robert Schumann: Schwarz, Roth, Gold WoO 13

Clara Schumann: „Lorelei“ und weitere Lieder von Clara und Robert Schumann

Max Bruch: Ouvertüre zur Oper Die Loreley op. 16

Gustav Mahler: „Rheinlegendchen“ und weitere Lieder aus des Knaben Wunderhorn

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Ouvertüre zum Märchen von der schönen Melusine op. 32

Robert Schumann: Rheinische Sinfonie, op. 97



2019 jähren sich große Zäsuren und Umwälzungen deutscher Geschichte: vor 30 Jahren ist die Mauer gefallen, die Bundesrepublik wird 70 Jahre alt, die deutsche Revolution von 1919 jährt sich zum hundertsten Mal. Ihren Anfang nahm die deutsche Demokratie 1848/49 in der gescheiterten republikanischen Bewegung der Frankfurter Paulskirche. Aus diesem Anlass hat Achim Fiedler das Konzert mit Schwarz-Roth-Gold überschrieben und rückt den Rhein als deutsches Wahrzeichen und Symbol nationaler Einheit der Romantik in den Mittelpunkt.
Schwarz-Roth-Gold hat Robert Schumann einen von drei vertonten Texten genannt, mit denen er den "Völkerfrühling" 1848 begrüßte und der seine musikalische Parteinahme für die republikanische Bewegung belegt. Das Gedicht von Ferdinand Freiligrath lernte er durch einen Flugschriftendruck kennen. Freiligrath hat in seinem Text die Farben Schwarz-Rot-Gold als Repräsentanten der revolutionären Freiheitsbewegung dargestellt. Das Lied ist vor allem in der Zeit der Weimarer Republik, als die Farben Schwarz-Rot-Gold neue politische Aktualität erfuhren, wieder aufgegriffen worden. Nach 1945 wurde es zu einem musikalischen Erinnerungsträger an die revolutionären Ereignisse der Jahre 1848/49. Nach der gescheiterten Revolution 1848/49 geriet Freiligraths "Schwarz-Roth-Gold" nahezu in Vergessenheit. 1913 wurde Schumanns Revolutionslied (ausgerechnet vom Erzfeind Frankreich!) in der revue musicale publiziert und danach auch in einer Ausgabe für Arbeiterchöre publiziert. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Revolution 1918 bekam Freiligraths Lied im Zuge der Weimarer Republik und der Einführung der schwarz-rot-goldenen Fahne als offizielle Flagge des deutschen Reiches eine erneute Signifikanz.
Der Rhein spielte in Literatur und Musik ab der Romantik eine große Rolle. Da ist zum einen der zunächst von der Literatur aufgegriffene Loreley-Mythos, der schnell seinen Weg in die Vertonungen romantischer Lyrik findet, die das Mittelalter-Ambiente der den Mittelrhein säumenden Burgenlandschaft beschwört. Der Rheinländer Max Bruch – er wurde in Köln geboren - widmete der Loreley 1861 eine Oper. Das Sinfonieorchester spielt die Ouvertüre.
Während Felilx Mendelssohn-Bartholdys Aufenthalt in Düsseldorf – er amtierte dort von 1833 bis 1835 als Musikdirektor – hinterließ der Rhein in seiner Musik keine Spuren. Das war im Fall von Robert Schumann ganz anders: Der kam 1850 als Mendelssohns Nachfolger an den Rhein. Der anfangs freundliche Empfang in Düsseldorf und das Erlebnis der niederrheinischen Landschaft stimulierten die Schaffensfreude des Musikers, die sich Bahn brach in einer der berühmtesten Sinfonien der Zeit: der „Rheinischen“.
Des Knaben Wunderhorn sind zwölf von Gustav Mahler vertonte Gedichte aus der Gedichtsammlung Des Knaben Wunderhorn, die von Clemens Brentano und Achim von Arnim veröffentlicht wurde; drei Lieder, sind im Programm. In „Wer hat dies Liedlein erdacht“ wird einer lebenslustigen Wirtstochter ein Liebeslied gesungen. Die Hauptperson von „Rheinlegendchen“ stellt sich vor, sie würfe einen Ring in den Rhein, wo dieser von einem Fisch gefressen wird, der wiederum dem König serviert würde. Zugrunde liegt das Volkslied „Bald gras" ich am Neckar“.
Die Schumanns ziehen sich also wie ein roter Faden durch das Konzert, es erklingen am 3. Oktober außer der Rheinischen Sinfonie verschiedene Lieder von Clara und Robert Schumann und das Konzert spannt einen Bogen zu Schumanns 1. Sinfonie, die im zweiten Abonnementskonzert der ersten Saison unseres Chefdirigenten Achim Fiedler erklingt.